Leitbild

Die Oberjugendanwaltschaft und die Jugendanwaltschaften haben sich ein Leitbild für die Erfüllung ihres jugendstrafrechtlichen und erzieherischen Auftrags gegeben.

Straffällige Jugendliche

  • Jugendliche auf dem Weg zum Erwachsenwerden suchen und überschreiten Grenzen.
  • Nur ein Teil der Grenzüberschreitungen verletzt überhaupt strafrechtliche Normen; nur ein Teil davon wird polizeilich erfasst und strafrechtlich verfolgt.
  • Bei den Straftaten Jugendlicher handelt es sich grossenteils um Fehltritte aus Leichtsinn, Langeweile oder aktueller Krise - häufig im Zusammenhang mit schwierigen familiären und sozialen Umständen. Oft spielt auch der Einfluss einer Gruppe eine Rolle.
  • Bei wenigen Jugendlichen sind die Straftaten Ausdruck einer schweren Entwicklungsstörung oder kriminell motiviert.

Rechtsordnung

  • Wir vertreten die geltende Rechtsordnung, die unser Handeln bestimmt und begrenzt.
  • Den pädagogischen Zielsetzungen des Jugendstrafrechts sind wir dabei besonders verpflichtet.
  • Wir vermitteln den Jugendlichen die Grundwerte unserer Gesellschaft.
  • Wir achten die Rechte der Parteien.
  • Wir wahren den Schutz der Öffentlichkeit.

Erziehung und Jugendstrafrecht

  • Die jugendstrafrechtlichen Sanktionen sollen erzieherisch wirken und Grenzen setzen.
  • In einem erzieherisch ausgerichteten Verfahren konfrontieren wir die Jugendlichen mit ihren Straftaten, deren Folgen und Tragweite; wir veranlassen sie, sich mit ihrem Verhalten auseinander zu setzen.
  • Durch die jugendstrafrechtlichen Sanktionen sowie durch individuelle Förderung und Beratung während des gesamten Verfahrens wollen wir die Jugendlichen in ihren Fähigkeiten soweit stärken, dass sie sozial integriert und deliktfrei leben können.
  • Wir achten und schützen die Rechte und Würde jedes Einzelnen.

Leistungs- und wirkungsorientierte Justizbehörde

  • Wir orientieren uns in unserem beruflichen Denken und Handeln am Gesamtauftrag der Zürcher Jugendstrafrechtspflege.
  • In der Strafuntersuchung erarbeiten wir rasch, effizient und differenziert die Entscheidungsgrundlagen für den Abschluss des Verfahrens. Im Vollzug stellen wir die Wirksamkeit in den Vordergrund unseres Handelns.
  • Die jugendstrafrechtliche Arbeit bedingt das Zusammenwirken zwischen JugendanwältInnen und SozialarbeiterInnen Tür an Tür – von Anfang an und umfassend. Sie bedarf ebenso der Unterstützung durch leistungsstarke SekretariatsmitarbeiterInnen, die den Auftrag der Jugendstrafrechtspflege kompetent mittragen.

Zusammenarbeit

  • Väter und Mütter beziehen wir konstruktiv in unsere Arbeit ein; wir unterstützen und stärken sie in ihrer erzieherischen Aufgabe. Wo nötig arbeiten wir mit weiteren Personen aus dem Umfeld der Jugendlichen zusammen.
  • Aussenstehende Fachleute setzen wir punktuell und fallweise ein. Von Personen und Institutionen, die wir mit dem Massnahmevollzug beauftragen, erwarten wir ein Arbeiten nach pädagogisch und therapeutisch anerkannten Grundsätzen sowie eine zielgerichtete Leistung und Wirkung. Diese überprüfen wir regelmässig. Wir gewährleisten die notwendige Unterstützung.
  • Die Zusammenarbeit mit Polizei, Untersuchungs- und Gerichtsbehörden sowie weiteren Stellen gestalten wir zielgerichtet und wirkungsvoll.

Kommunikation

Wir kommunizieren klar, verständlich und sachlich - und achtsam.

Führung

  • Der Leitende Oberjugendanwalt schafft eine transparente Führungsstruktur und ist für das Erarbeiten und Durchsetzen der Führungsgrundsätze verantwortlich.
  • Alle Vorgesetzten führen – ermöglicht durch eigenmotivierte, selbstgesteuerte und fachlich kompetente MitarbeiterInnen – ergebnisorientiert.
  • Sie fördern ihre MitarbeiterInnen durch fachliche und persönliche Fort- und Weiterbildung sowie durch den beruflichen Erfahrungsaustausch in deren Fähigkeiten zu effizientem und effektivem Handeln.
  • Unser Arbeitsklima ist von gegenseitigem Respekt und von Toleranz geprägt; wir lassen Konflikte nicht anstehen.